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3.000 Jahre altes Frauengrab mit 19 Armbändern in Tschetschenien gefunden.H

Eine bemerkenswerte archäologische Entdeckung im Kaukasus erregt internationales Aufsehen und wirft ein neues Licht auf die prunkvollen Bestattungsbräuche antiker Gesellschaften. Im Zuge umfangreicher Rettungsgrabungen im Vorfeld des Wiederaufbaus einer Gaspipeline stießen Forscher auf ein 3.000 Jahre altes Grab einer Frau, die mit einer erstaunlichen Vielfalt an antikem Schmuck bestattet war. Sie trug 19 Bronzearmbänder und acht Ringe – ein eindrucksvolles Zeugnis ihres Reichtums, ihres sozialen Status und der hohen Handwerkskunst ihrer Zeit.

Der außergewöhnliche Fund wurde vom Archäologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) bekannt gegeben, dessen Kampagne „2025“ in der Tschetschenischen Republik zu den bedeutendsten der letzten Jahrzehnte zählt. Die Ausgrabungen erstreckten sich über mehrere antike Siedlungen und Gräberfelder und brachten Artefakte zutage, die die Geschichte der Region von der späten Kupfersteinzeit bis ins Mittelalter nachzeichnen.

Blick von Westen auf die Ausgrabungsstätte mit archäologischen Fundstätten

Blick von Westen auf die Ausgrabungsstätte mit archäologischen Fundstellen. (Institut für Archäologie der Russischen Akademie der Wissenschaften)

Enthüllung der Nekropole von Khumyk-2

Die sterblichen Überreste der Frau wurden auf dem Gräberfeld Khumyk-2 entdeckt, einer weitläufigen Anlage, die Archäologen auf bis zu 2.000 Gräber schätzen. Forscher untersuchten 160 Bestattungen der östlichen Koban-Kultur, die vom 10. bis zur ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. blühte. Diese bronzezeitliche Bestattung zeichnete sich durch die große Menge an Grabbeigaben aus; einige Bestattungsinventare enthielten bis zu 60 verschiedene Gegenstände.

Das Vorhandensein von 19 schweren Bronzearmbändern bei einer einzelnen Person ist höchst ungewöhnlich und deutet darauf hin, dass die Frau eine bedeutende Rolle in ihrer Gemeinschaft innehatte. Archäologen vermuten, dass solch aufwendiger Schmuck über bloße ästhetische Vorlieben hinausging und wahrscheinlich als Indikator für einen elitären Status, eine Stammeszugehörigkeit oder eine spezifische rituelle Bedeutung im weiteren Kontext der antiken kaukasischen Gesellschaften diente.

Bronzewaffen wurden neben männlichen Überresten in Khumyk-2 gefunden.

Bronzewaffen wurden neben männlichen Überresten an der archäologischen Stätte Khumyk-2 gefunden. (Institut für Archäologie der Russischen Akademie der Wissenschaften)

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Laut einem Bericht von Heritage Daily wurden die Verstorbenen stets in geduckter Position auf der linken Seite beigesetzt, mit dem Kopf nach Südosten ausgerichtet. Während Frauengräber typischerweise mit Keramikgefäßen, Haarnadeln und Armreifen ausgestattet waren, boten Männergräber ein anderes Bild. Die Männer wurden oft von einer Vielzahl von Waffen begleitet, darunter Bronzedolche, Speerspitzen und Steinstreitkolben, was die unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen einer antiken Kriegerkaste verdeutlicht.

Rituale und Metallurgie der Bronzezeit

Die Expedition von 2025 erstreckte sich weit über die Nekropole von Khumyk-2 hinaus und umfasste über 10.000 Quadratmeter an vier bedeutenden Fundstätten. In der Siedlung Tyalling-2, die in die späte Kupfersteinzeit des 4. Jahrtausends v. Chr. datiert, legten Archäologen neben neun verschiedenen Kultstätten auch Wohngebäude frei. Diese Kultstätten wiesen Lehmplattformen, Altäre und Anlagen mit Keramikscherben und Tierknochen auf, was auf ein tief verwurzeltes spirituelles Leben in diesen frühen nomadischen und sesshaften Gemeinschaften schließen lässt.

Bei den Ausgrabungen in Tschetschenien wurden ein bronzener Streitkolbenkopf und eine Speerspitze geborgen.

Ein bronzener Streitkolbenkopf und eine Speerspitze, die bei den Ausgrabungen in Tschetschenien geborgen wurden. (Archäologisches Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften)

Weitere Erkundungen der Fundstätte Iskrinskoye-1 brachten ein komplexes metallurgisches Zentrum aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. zutage. Unter den Schichten einer mittelalterlichen Siedlung entdeckte das Team Gussformen, Tondüsen und Öfen mit Spuren von oxidiertem Kupfer. Wie Arkeonews berichtet, beherbergte ein großes Gebäude mehrere Ofentypen. Dies beweist, dass die fortgeschrittene industrielle Metallverarbeitung nahtlos in den häuslichen Alltag integriert war und nicht von der Gemeinschaft isoliert existierte.

Ein Fenster in die mittelalterliche Migration

Die Funde reichen bis weit ins Mittelalter zurück, insbesondere in die Siedlungs- und Gräberanlage von Mayrtup. Diese Stätte, die das 6. bis 13. Jahrhundert n. Chr. umfasst, barg über 250 archäologische Funde, darunter Kurgane mit quadratischen Gräben, die für die frühe alanische Kultur charakteristisch sind. Diese Funde zeugen von einer Zeit bedeutender Migration und eines regen kulturellen Austauschs und spiegeln die dynamischen Wanderungsbewegungen skythischer und alanischer Bevölkerungsgruppen in der Region wider.

Obwohl viele der mittelalterlichen Gräber in der Antike geplündert worden waren, gelang es Archäologen dennoch, fast tausend Keramikfragmente und Hunderte von Alltagsgegenständen zu bergen. Diese Artefakte werden zusammen mit dem beeindruckenden bronzezeitlichen Grab einer Frau mit 19 Armreifen umfassenden Laboranalysen unterzogen, bevor sie im Nationalmuseum der Tschetschenischen Republik aufbewahrt werden. Diese sorgfältige Arbeit gewährleistet, dass das reiche Erbe des Nordkaukasus für zukünftige Generationen geschützt und erforscht wird.

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