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Ungewöhnliche Gräber keltischer „Krieger“ in Frankreich deuten auf gewaltsame Todesfälle hin .H

Vor etwa 2400 Jahren  wurden mehr als ein Dutzend keltische Männer – möglicherweise Krieger – in ungewöhnlich aufrecht sitzender Position im heutigen Dijon in Frankreich bestattet, wie eine kürzlich erfolgte Entdeckung ihrer Gräber neben einer Grundschule ergab.

Der grausige Fund wurde von Experten des französischen Nationalen Instituts für Präventive Archäologische Forschung (Inrap) in den Jahren 2025 und 2026 gemacht, wie das Institut am Mittwoch (18. März) in einer übersetzten Erklärung mitteilte.

Die Gräber stammen aus der späten Eisenzeit (450 bis 25 v. Chr.), als die Gallier – ein loser Zusammenschluss keltischer Stämme – in Frankreich lebten. Jedes der 18 Gräber bestand aus einer kreisrunden Grube mit einem Durchmesser von etwa einem Meter. Die Gräber waren regelmäßig in zwei geraden Reihen angeordnet. Die Verstorbenen wurden sitzend auf dem Boden der Grube bestattet, mit Blick nach Westen, die Arme seitlich am Körper und die Beine gespreizt.

Die erste Analyse der keltischen Gräber durch Archäologen ergab, dass alle Skelette von körperlich aktiven, gesunden Männern stammten, die im Alter zwischen 40 und 60 Jahren gestorben waren. Nicht verheilte Schnittwunden an mehreren Skeletten deuteten jedoch auf einen gewaltsamen Tod hin.

Ein männliches Skelett trug ein schwarzes Steinarmband um den linken Ellbogen. Anhand des Armbands konnten Archäologen sein Todesdatum auf die Zeit zwischen 300 und 200 v. Chr. datieren. Sein Schädel wies zwei Stiche mit einem scharfen Gegenstand, wie beispielsweise einem Schwert, auf. Mindestens fünf weitere Skelette zeigten Schnittspuren an den Armknochen, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise in einem Kampf der Antike ums Leben kamen.

Die Bestattung einer sitzenden Person mit Anzeichen einer Schädelverletzung und einem schwarzen Steinarmband um den linken Arm.
Die Bestattung einer sitzenden Person mit Anzeichen einer Schädelverletzung und einem schwarzen Steinarmband um den linken Arm.

Sitzende Skelette sind laut Inrap eine ungewöhnliche Entdeckung. Nur etwa 50 ähnliche Bestattungen wurden bisher an einem Dutzend archäologischer Stätten in Frankreich und der Schweiz gefunden, die alle aus der späten Eisenzeit stammen. Diese Gräber werden oft an Siedlungsrändern entdeckt und enthalten stets sitzende oder kauernde männliche Skelette. Dies deutet darauf hin, dass nur bestimmte Personen auf diese Weise bestattet wurden – möglicherweise Krieger, bedeutende Vorfahren oder andere politische oder religiöse Eliten.

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Bei denselben Ausgrabungen entdeckten Archäologen auch einen Friedhof aus römischer Zeit mit 22 Kindergräbern aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Die Kinder wurden in Stein- oder Holzsärgen liegend auf dem Rücken oder der Seite bestattet. Einige erhielten Münzen oder Keramik als Grabbeigaben.

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